Kurzromansammlung: Inked
Penguin-Verlag (USA) / ISBN 978-0-425-23197-5
Lily hat heute Geburtstag, aber frei nehmen kommt nicht in Frage. Nicht mehr lange, dann hat sie ihr Training in Quantico beendet. Rule wartet schon auf sie als sie später als geplant gegen Abend in ihrer Wohnung in Washington ankommt. Nur noch schnell duschen und dann los zum romantischen Abendessen, das Rule zur Feier des Tages organisiert hat. Aber wieder kommt es anders als geplant. Kurz bevor sie los wollen erhält er einen traurigen Anruf. Steve Hilliard, ein enger Clan-Freund aus Kindertagen, wurde nahe San Diego ermordet. Die örtliche Polizei hat auch schon den vermeindlichen Mörder: Jason Chance, ebenfalls ein Nokolai.
Die Dringlichkeit läßt nichts anderes zu als in den Flieger zu steigen. Rule hat nicht nur mit seiner tiefen Trauer sondern auch mit seiner Klaustrophobie zu kämpfen. Er will Lily unbedingt dazu bringen das sie den Mord unter die Lupe nimmt. Aber sie kann den Fall dem örtlichen Sheriff nur entziehen wenn nachweislich Magie bei dem Mordfall involviert war. Als FBI Agentin der Spezialeinheit muß sie aufpassen ihre Autorität nicht überzustrapazieren. Die öffentliche Unterstützung für die weitreichenden Befugnisse des MCD, die nach der Weltenwende erteilt wurden, schwindet. Mißtrauen gegenüber denen mit Gaben macht sich breit.
Chief Daly, der zuständige Sheriff von Del Cielo, scheint zunächst kooperativ zu sein… bis er Rule trifft. Da fällt ihm wieder ein in welchem Zusammenhang er Agent Yu’s Gesicht kennt. Prompt hat Lily ihn zum unnachgiebigen Gegner bei ihren Untersuchungen. Verärgert nimmt sie ihren Wolf später ins Kreuzverhör weil er zuvor mit keiner Silbe erwähnt hat das die Lupi und die örtliche Polizei wohl schon öfter unerfreulich miteinander zu tun hatten.
Er erzählt ihr davon das sich in Del Cielo gerne die jungen Nokolai rumtreiben. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Robert Friar wohnt hier. Friar ist der Kopf einer Organisation namens “Humans First – Menschen Zuerst”. Radikalisten die Lupi und andere nicht “ganz” menschliche als widerlichen Abschaum sehen. In einem solchen Vorort, in dem auch einige von Friar’s Anhängern wohnen, ein bißchen die eigenen Grenzen austesten, sich einen Kick hohlen das macht auch jungen Lupi Spaß. Der Chief ist bekannt dafür auch mal einen Lupus böse verprügeln zu lassen. Aufgrund ihrer schnellen Heilung gibt es später nie Beweise. Deswegen hat Rule vor einigen Jahren für einen Monat Daly verfolgt mit beängstigenden Steichen. Natürlich hat er sich damit nicht gerade einen Freund erworben….
Jason gegen Kaution freizubekommen gestaltet sich schwierig. Klaustrophobisch wie alle Werwölfe hat er sich nach 24 Stunden Haft in der engen Zelle in einen Wolf verwandelt. Lily bleibt aufgrund Daly’s Verhalten nichts übrig, als letzten Endes doch mit aller Autorität als befugte FBI-Agentin zu erzwingen, dass wenigstens sie den Zelltrakt betreten darf. Dort wird mehr als ersichtlich das Jason mit Absicht in seine mißliche Lage gezwungen wurde – einen Lupus in Wolfsform einfach abzuknallen ist immer noch erlaubt und von Daly wohl in diesem Fall auch sehnsüchtig erwünscht. Nur durch einen Trick und das Toltoi das sie um den Hals trägt erkennt der wütende Wolf das Lily gekommen ist ihm zu helfen. Zusammen mit Hal Newman, dem Anwalt und Clanmitglied der Nokolai, verlassen die vier unbeschadet das Gefängnis.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Das Motiv bleibt in Anbetracht der Umstände unklar. Friar könnte dahinter stecken. Seine Tochter hat ein Baby und behauptet es sei von Steve. Keine Beweise, nur Vermutungen. Chief Daly vielleicht? Wirklich unschuldig ist nur der für die Polizei verdächtige Jason. Sein LuNuncio fragte ihn ob er etwas damit zu tun hatte, und er sagt nein. Basta. Keine Möglichkeit daran zu zweifeln, er kann den Nokolai-Erben nicht anlügen. Zudem fehlt jegliches Motiv. Aber wer von der ganzen anderen Beteiligten könnte ein Interesse an Steve’s Tod haben? Und vor allem warum?
Endlich erfährt Lily vom MCD das die Tätowierung, die rund um Stevens Hals zu sehen war, tatsächlich ein Zauberspruch ist. Er ist so gewirkt, dass er das Herz zum stehen zu bringt. Das erklärt auch warum die aufgeschlitzte Kehle nicht dazu führte das alles voller Blut war. Kein Puls mehr der den Lebenssaft hätte auspumpen können.
Nach einem kleinen Streit im Hotelzimmer trennen sich Lily und Rule um jeder seine eigenen Spuren zu verfolgen. Er will sich den Fundort der Leiche in den Bergen ansehen. Vielleicht finden seine scharfen Sinne weitere Beweise. Sie sammelt im Laufe des Tages viele Informationen und kommt bald zu dem Schluß das Adele, eine charismatische Persönlichkeit, als Mörderin von Steve in Frage kommt.
Da Adele in ihrem Laden nicht anzutreffen ist, begibt sie sich in die Reparaturwerkstatt zu Mannie Bouchard. Er ist der Sohn einer Nokolaigeborenen. Von ihm erfährt sie noch mehr über Adele und ihre Experimente. Schon bald kommt das Gespräch und Lilys scharfe Schlußfolgerungen an den Punkt an dem klar wird das der junge Mann ohne Böses zu wollen einen Teil der Zaubertätowierung an Steves Hals mitgewirkt hat. Noch schockiert von der Erkenntnis erhält Lily von Rule eine für ihn völlig untypische SMS. Er sei auf dem Weg zum Clangut. Durch das Band-der-Gefährten weis sie immer wo er ist, und dieses sagt ihr das er schon seit mindestens drei Stunden am gleichen Ort ist. Alarmiert informiert sie Benedict. Sie weis ihr Werwolf ist in tödlicher Gefahr. Auf Rule’s Bruder kann sie nicht warten und zieht mit Mannie auf eigene Faust los ihm zu helfen…
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Dieser Roman spielt zeitgleich zum Roman Night Season, in dem Cullen und Cynna in Edge gestrandet sind.
Hier wird ein Charakter eingeführt, der am Ende des Romans im Epilog angedeutet, wahrscheinlich als Gegenspieler in einem späteren Roman nochmals auftauchen wird: Robert Friar und seine Organisation “Humans First”. Wer weis, vielleicht schon im nächsten Lupi-Band Blood Magic, den ich übrigens kaum noch erwarten kann. Die kleine Leseprobe auf Eileen’s neugestalteter Webseite macht gierig. *ggg*